Orgelkonzert zum Reformationsjubiläum 2017

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IMG 4746 1000Kantor Peter Wigge gratuliert Dr. Christian Vorbeck zu seinem gelungenen Konzert in der St. Bonifatius Kirche.

Hohenlimburg, 05.06.2017. Ganz auf das 500-jährige Reformationsjubiläum eingestellt war das Orgelkonzert am Pfingstmontag in der St. Bonifatius Kirche.

Nicht schlecht staunten die Zuhörer als sie dem Programmblatt alleine fünfmal Stücke fanden, die sich rund um das, von Martin Luther vor 1529 getextete, Kirchenlied "Ein feste Burg ist unser Gott" drehten.

Dr. Christian Vorbeck hatte für dieses Konzert einen breiten Fächer von Orgelstücken aus fast 400 Jahren zusammengestellt, inklusive einer eigenen Interpretation aus der heutigen Zeit.

Der studierte Kirchenmusiker und Doktor der Philosophie mit Lehrauftrag an der Universität Dortmund begann sein Konzert mit einer kirchlichen Festouvertüre von Otto Nicolai (1810-1849). Das Eingangsstück zeigte gleich zu Beginn die ganze Bandbreite, die die Orgel in St. Bonifatius bietet. Die virtuos auf dem Hauptwerk gespielte Ouvertüre wurde immer wieder durch einfache, nahezu mitsingbare, nur auf dem Seitenwerk gespielte Passagen unterbrochen, die auf das eigentliche Kirchenlied zurückführten.

Ganz anders dann die Choralbearbeitung von Dietrich Buxtehude (1637-1707). Im Gegensatz zur vorangegangenen mächtigen Ouvertüre, kam nun eine leichte, dezente Orgel zu Gehör. Man meinte Oboen und Klarinetten auf einem Teppich von Bassblockflöten zu vernehmen.

Klassisch dann die Choralbearbeitung von Johann Sebastian Bach (1685-1750), völlig im Gegensatz zur folgenden Improvisation von Christian Vorbeck.

Vorbeck versetzte die Zuhörer in einen disharmonischen Klangraum, manchmal schrill und chaotisch, manchmal dumpf und bedrohlich. Herausstechen, wie kleine Nadelstiche, oder wie Sonnenstrahlen die sich durch eine dichten Wand drängen, helle Töne, die fast zögerlich und verzagt zur Basismelodie von "Ein feste Burg ist unser Gott" führen. Wer sich darauf einließ, konnte sich in das dunkle Mittelalter zurückversetzt fühlen, das zaghaft, manchmal stichelnd, von der Erkenntnis der Reformation durchbrochen wird.

Seinen Abschluss fand das Konzert mit dem Finale aus der Reformationssymphonie von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847). Als großes Finale angelegt zeigte hier die Orgel ihre ganze Wucht und Macht. Nicht wenigen Zuhörer dürfte hier die ein oder andere Gänsehaut gewachsen sein. Wie sagte es eine Besucherin: "Bombastisch!"

 

Die nahezu 50 Besucher dankten es dem Künstler, Dr. Christian Vorbeck, mit anhaltendem Applaus.

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